[Rezension] Noch so eine Tatsache über die Welt (Brooke Davis)





Titel: Noch so eine Tatsache über die Welt
Autor: Brooke Davis
Seiten: 280
Format: Hardcover
Verlag: Kunstmann
Erscheinungsdatum: 01.07.2015
Preis: 19,95€ (D) Hier kaufen




Millie Bird ist sieben, als sie ihr erstes totes Ding findet, Rambo, ihren Hund. Von da an führt sie Buch über alles, was auf der Welt verloren geht: die Stubenfliege. Die Großmutter. Der Weihnachtsbaum. Darauf, dass sie auch ihren Dad in ihr Buch der Toten Dinge eintragen
muss, war sie überhaupt nicht vorbereitet, und auch nicht darauf, dass ihre Mom sie im Kaufhaus stehen lässt und nicht wiederkommt.
Karl ist siebenundachtzig, als sein Sohn ihn ins Altersheim bringt. Hier wird er nicht bleiben, denkt Karl, als er seinem Sohn nachschaut, und kurz darauf haut er ab. Erst mal ins Kaufhaus, bis sich was Besseres findet. Dort trifft er Millie.
Agatha ist zweiundachtzig und geht nicht mehr aus dem Haus, seit ihr Mann gestorben ist. Halb versteckt hinter Gardine und Efeu, sitzt sie am Küchenfenster und beschimpft die Passanten. Bis das kleine Mädchen von gegenüber zurückkommt, allein.




Aus dem Klappentext kann man finde ich schon gut entnehmen, dass es hier um drei völlig verschiedene Personen geht, die auf wundersame Weise zusammenfinden. Und auch wenn es nicht die schönsten Gründe sind, werden sie sich doch alle gegenseitig retten.
Zuerst einmal ist mir hier das Cover aufgefallen, das auch der Grund dafür ist, dass das Buch jetzt bei mir liegt. Ich finde es zwar schlicht, aber irgendwie auch total anziehend, ihr nicht?
Der Schreibstil der Autorin ist allerdings genauso eigen. Ich weiß bis jetzt nicht ganz, was ich davon halten soll. Dass hier keine direkte wörtliche Rede, sondern diese nur in schräg geschriebener Schrift vorhanden war hat oft für Verwirrung, gerade bei Gedankengängen, die genauso gekennzeichnet waren, gesorgt. Andererseits war das auch einer der Punkte, der das Buch so einzigartig macht.

Hinzu kommen natürlich die eigenwilligen und wirklich übertrieben dargestellten Charaktere. Wer es mag etwas ganz anderes zu lesen ist hier goldrichtig! Und das Buch ist auch gut, hatte eine schöne Message und alles! Bloß muss man hier selbst entscheiden, ob man mit den Charakteren klarkommt und das ist nicht jedermanns Sache.

Millie ist ja erst sieben Jahre alt und bringt ihre Sicht der Dinge auch dementsprechend rüber. Bei ihr gab es immer mal was zu lachen, gerade am Anfang! Wenn man dann ihre Vorstellung einer Schwangerschaft, auch wie es dazu kommt, liest, dann ist man aber nicht nur am Lachen, sondern auch etwas verzweifelt. Denken einige Kinder wirklich so? Auch viele Erziehungsmaßnahmen der Eltern lassen einen nachdenken. Natürlich sollte man dieses Buch nicht so ernst nehmen, es ist alles eher übertrieben und unrealistisch dargestellt. Trotzdem regt jede Handlung der Charaktere beim Leser zum Nachdenken an und ich denke, dass genau das die Absicht der Autorin ist! Dass diese außerdem die toten Dinge mit eingebracht hat, die Millie sammelt und aufschreibt, verfolgt man neugierig und interessiert.

Millies Eltern haben mir immer zu schaffen gemacht und werden es auch bei jedem anderen Leser auf unterschiedliche Art und Weise tun. Dass ihre Eltern ihr immer alles schön reden und ihre Fantasien eintrichtern, wo sie doch eigentlich wirklich nur die Wahrheit wissen will, fand ich fraghaft. Irgendwie hat Millie das zwar zu der gemacht, die sie ist, aber es ist nicht soo schlimm, einem Kind zu erklären, was der Tod wirklich ist. 
Der Vater stirbt relativ früh, wird aber durch Millies Erinnerungen immer mal wieder wachgerufen. Millies Mutter entschließt sich am Anfang des Buches ihre Tochter im Kaufhaus auszusetzen und ihr zu sagen, sie solle warten. Nur kommt sie natürlich nicht mehr zurück. Und damit beginnt Millies Reise ins Ungewisse. 

Diese Reise soll natürlich dem Zweck dienen, Millies Mutter wiederzufinden. Hier fand ich es unheimlich traurig, dass Millie die Hoffnung nicht aufgeben wollte. Sie konnte nicht einsehen, dass hier eben nicht nur ein Missgeschick und Versehen vorliegt, sondern ihre Mutter wohl einfach nicht mehr weiter wusste. Deshalb wird die Reise der vier, vier deshalb weil Schaufensterpuppe Manny auch noch dabei ist, nicht nur eine Reise ins Ungewisse, sondern auch eine Reise auf der sie alle etwas lernen. Letztendlich finden sie den Weg zueinander, finden heraus wer sie sind und verstehen vielleicht auch einiges besser. Natürlich kommt mit diesen Protagonisten eine Menge Chaos auf!

Karl und Agathe sind zwei, wie Millie, ganz eigenartige und eigenwillige Charaktere, die immer nur das machen, was ihnen richtig vorkommt. Zwischendurch gab es immer verrückte und völlig absurde Situationen, es wurden Autos geklaut, Leute verhauen usw. Trotzdem hat man beim Lesen viel Spaß mit den Charakteren und lernt sie hassen und lieben, eben weil sie so anders sind. Nur kann man sich am Ende nicht entscheiden, was man nun für eine Meinung hat. Die Beiden sind schon älter und für sie wird, trotz all ihrer Verluste, Verrücktheiten, Nicht-Erlebnisse und Einkapselungen, nochmal eine neue Geschichte beginnen. Sie werden noch einmal leben.

Was ich schade finde ist, dass man am Ende zwar noch erfährt, wie es mit den Personen weitergeht, was genau aber nach der Reise mit Millie passiert, ob sie zu ihrer Tante geht oder ins Jugendheim, steht nicht mit dabei. Ansonsten ist das Ende aber ganz schön. 




Wie ihr seht kann ich mich nicht ganz entscheiden, in welche Richtung meine Bewertung gehen soll. Ich habe die Charaktere zwar liebgewonnen, fand die ganze Geschichte aber unrealistisch und eben übertrieben dargestellt. Auch der Schreibstil war völlig anders und ungewohnt, eben durch die Neuheiten und Änderungen. Mir ist bewusst, dass das Absicht ist, und ich möchte der Autorin mein Kompliment aussprechen, dass sie sich an so etwas gewagt hat, es ist toll! Trotzdem... ich weiß nicht. Man nimmt von der Geschichte auf jeden Fall etwas mit. Viele der Taten, eben weil sie so überspitzt sind, regen zum Nachdenken an und lassen auch das Thema Tod öfter mal auftreten. 
Bei dem Ende bin ich mir wie gesagt auch nicht sicher, ob ich es mag oder nicht. Ich freue mich auf jeden Fall, dass die Protagonisten einen Weg und sich selbst finden konnten und ihr Leben vielleicht sogar nochmal ganz neu leben und entdecken durften.
Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 Leseschmetterlinge, weil es diesmal vielleicht zu viel des gewissen Etwas war. Trotzdem ein gutes Buch mit schöner Message!
An dieser Stelle danke ich dem Kunstmann-Verlag und vorablesen für das *Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Eigentlich klingt es ja ganz interessant.. Mal schauen...! ^^ Übrigens: Ich habe Das Licht von Aurora beendet ( & schon rezensiert) und ich bin begeistert! <3

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    1. Hallöchen :) Ja, überlegs dir, es ist interessant, aber halt sehr anders :)
      Und deine Rezension habe ich gelesen, ich mochte es auch :)

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