[Rezension] Ein Hauch von Schicksal (Lara Wegner)




Titel: Ein Hauch von Schicksal
Autor: Lara Wegner
Seiten: 290
Format: Broschiert
Verlag: Drachenmond
Erscheinungsdatum: 04.05.2016
Preis: 12,90€ (D) Hier kaufen





Ein Amulett, mehr ist Grace von ihrer Familie nicht geblieben. Angeblich erfüllt es Wünsche. Obwohl sie nicht daran glaubt, wünscht sie sich ein neues Leben. Am nächsten Morgen erwacht sie nicht nur im 17. Jahrhundert, sondern auch noch in einer Ehe mit dem ehemaligen Freibeuter Rhys Tyler, mit dem sie nach Barbados segeln muss.
Niemals hätte sie erwartet, in diesem Mann ihre große Liebe zu finden. Doch gerade als Grace wieder an das Glück glaubt, werden sie von Piraten entführt und geraten in die Gewalt eines Mannes, der alles daran setzt, Grace zu brechen und Rhys zu vernichten. Nichts ist mehr sicher. Denn auch eine große Liebe kann an der Grausamkeit eines Wahnsinnigen zerschellen.




Dieses Buch hat mich eine halbe Ewigkeit praktisch verfolgt, denn das Cover wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. Irgendwann konnte ich mich dann nicht mehr drücken und habe es mir gekauft. Nach dem Lesen muss ich sagen, dass ich etwas ganz anderes erwartet hatte. Dieses Buch beinhaltet einen Haufen ernster Themen und nicht nur eine lockerleichte Liebesgeschichte. Es geht um Geschichte. Sklaverei. Tod. Liebe. Trauer. Depressionen. Ein neues Leben. Und noch viel mehr.

Als ich das Buch angefangen habe fiel mir gleich auf, dass der Schreibstil nicht so locker ist, wie erwartet. Gleich zu Beginn wird eine recht bedrückende Stimmung erzeugt, die vor allem durch den Verlust erzeugt wird, den die Protagonistin erleiden musste. So zieht es sich auch weiter. Mit der Zeit habe ich mich wirklich immer besser an alles gewöhnt und konnte irgendwann richtig entspannen, doch als es so weit war ging auch schon die Geschichte mit der Zeitreise los.

Was soll ich sagen? Ich hätte nie mit sowas gerechnet. Es war so ernst und wirklich gut. Die Liebesgeschichte ging mir zwar etwas sehr schnell und bestand erstmal nur aus Körperlichkeiten, trotzdem hat sie mir irgendwie gefallen. Man hat schnell gemerkt, dass man sich nun in einer anderen Zeit befindet und wie die Protagonistin denkt man selbst auch etwas eigen. So wurde ich mit ihr gemeinsam eifersüchtig und wütend oder auch nur unendlich traurig.

Es gab wirklich Momente, in denen musste ich mitlachen und wieder andere, in denen ich Rotz und Wasser geheult habe. Ich bin mit Grace durch die Hölle gegangen und habe die Liebe gefunden. Ich habe mein Herz brechen hören und es wieder verschenkt. Ich war mal glücklich und mal todtraurig. Es war ein Gefühlschaos. Wirklich.

Grace selbst ist eine unglaubliche Protagonistin. So menschlich. Das habe ich geliebt und geschätzt. Sie hat ihre Fehler und wird so beispielsweise schnell wütend, vergisst, dass sie in einer anderen Zeit ist und platzt einfach mit ihren Gedanken heraus. Ich hätte mich genauso verhalten. Und das macht sie aus. Mehr möchte ich euch aber nicht vorwegnehmen ;)

Neben Grace lernt man zahlreiche weitere Charaktere kennen. Sei es nun ihr Geliebter Rhys oder die verfluchte Josephine, die ich nun am liebsten selbst zu Boden ringen würde. Sei es die Crew oder Payne, den ich über alles hassen und verachten gelernt habe. Seien es Mimi oder Samson, die ich beide geliebt habe!

Gerade Rhys gegenüber bin ich nun sehr zwiegespalten. Ich habe ihn lieb gewonnen. Gerade zu Beginn konnte ich Grace und ihn verstehen. Und obwohl es schnell erstmal nur Körperlich wurde habe ich auch verstanden, wieso mehr daraus wurde. Und auch wieso es so ernst wurde, dass sie so weit gehen konnten. Was ich allerdings überhaupt nicht mochte war, wie er sich gegen Ende verhalten hat. Irgendwo war es wohl logisch, trotzdem too much für mich. Und diese Eifersucht.. als wäre ich selbst Grace. Umso besser war das Ende :)

Ich kann und will euch nicht zu viel verraten. Doch man muss sich darauf einstellen, dass es hier um eine ernste Geschichte geht und keine einfache Liebesgeschichte. Erst habe ich sie mehr sehnsüchtig herbeigewünscht und ich muss nach wie vor sagen, dass die Liebesgeschichte sehr eigen ist. Sie ist blutig, traurig, ernst, körperlich und doch romantisch. Sie ist ehrlich und auch wieder nicht. Eigentlich ist sie alles.

Man muss es selbst lesen. Genau wie den Rest der Geschichte, der vor allem das Thema Sklaverei und Gewalt, sowie Geisteskrankheit und Depressionen behandelt. Und das schlimmste ist: Man geht wirklich durch Rotz und Wasser. Deshalb werde ich die Geschichte wohl noch lange im Kopf behalten. Na vielen Dank auch!


Ich wollte mich lange nicht mehr so über ein Buch auslassen! Viele Ereignisse in der Geschichte machen mich so wütend und traurig und deshalb musste ich wortwörtlich Rotz und Wasser heulen. Als ich das Buch in die Hand genommen habe, hätte ich eine ganz normale und lockere Liebesgeschichte erwartet, aber nicht das. Es war Horror und Traum gleichzeitig. Ich kann es wirklich nicht beschreiben. Grace ist eine tolle Protagonistin, die mir immer wieder gezeigt hat, wie gut und treu und wunderbar sie ist. Umso schwieriger wurde es mit ihrem Rhys, der erst eine körperliche Verbindung und dann so viel mehr eingeht. Ich habe erst nicht verstanden, wieso alles so schnell gehen musste, doch dem Jahrhundert entsprechend war es irgendwo logisch. Er hat mir gefallen, weil ich Grace war. Ich konnte sauer auf ihn sein, weil ich sie war. Und ich war eifersüchtig, wenn sie es war. Das schlimmste aber ist, dass ich am Boden zerstört war, wenn sie es gewesen ist. Und das ist eine Untertreibung. Hier geht es nicht nur um Liebe, es geht um Sklaverei, um Hass, um Gewalt und Misshandlung. Um Geisteskrankheit und Depressionen. Und das alles ist, als wäre man hautnah dabei. Der Einstieg fiel mir erst nicht leicht, doch mit der Zeit gewinnt man die Charaktere lieb und es gibt viele negative Wandlungen. Grace hat fast nur Pech. Und dann kommt Rhys. Und dann wieder Pech. Und doch findet sie so viel Glück. Lest es. Ich kann 4,5 Leseschmetterlinge für eine sehr ausdrucksstarke und emotionsgeladene Geschichte geben. 





1 Kommentar:

  1. Huhu :)
    ach ja, das Cover hat mich nun aber auch angezogen da kann ich dich gut verstehen. Geschichten die auf See statt finden finde ich ebenfalls sehr interessant. Ich mag das Schiffsleben :> Du beschreibst sowohl positive als auch negative Aspekte, da muss ich mir das Buch doch auch mal selber anschauen und setzte es mal auf meine WL : )
    Liebe Grüße
    Romi

    AntwortenLöschen

 
© Design by Freepik