[Rezension] Die Mühle (Elisabeth Herrmann)




Titel: Die Mühle
Autor: Elisabeth Herrmann
Seiten: 448
Format: Hardcover
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 29.08.2016
Preis: 17,99€ (D) Hier kaufen





The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben?
Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus.




Auf dieses Buch bin ich durch puren Zufall gestoßen. Derzeit habe ich wirklich Lust Bücher mit viel Spannung zu lesen und mich öfter in dem Gebiet der Thriller zu bewegen. In der Buchhandlung habe ich dann dieses Buch entdeckt und es beim nächsten Versuch angefragt!

Besonders interessant gemacht hat es natürlich die Tatsache, dass Lana nicht zu Clique der 'Coolen' gehörte und da eigentlich überhaupt nicht reinpasst. Mit der Zeit erfährt man auch immer mehr Details über die Mitglieder und es ist dann eben doch nicht alles so harmonisch wie gedacht. Natürlich möchte man unbedingt wissen, wie es ausgeht und was es mit diesen Einladungen auf sich hat. Und deshalb konnte ich auch nicht aufhören zu lesen.

Lana ist meiner Meinung nach eine sehr sympathische Protagonistin. Sie war eigentlich die Einzige, die durchweg sympathisch und freundlich war und noch dazu den Biss und den Willen hatte all das durchzustehen. Irgendwie hat sie den anderen auch die Kraft gegeben selbst weiterzumachen, indem sie immer wieder bewiesen hat, dass sie niemanden hängen lassen würde und da fand ich es schon sehr dreist sie so zu behandeln, wie sie es getan haben.

Mit der Zeit merkt man einfach, wie wenig hinter dieser Clique steckt. Dass es viel mehr Schlechtes als Gutes bei ihnen zu finden gibt. Und dass sie, obwohl sie so perfekt wirkten, auch nur Menschen sind. Und das rechtfertigt dann letzten Endes auch nicht die Taten des Täters. Denn sobald alles rauskommt ist man erst verwirrt, dann erschrocken und dann fassungslos. Ich kann sowas nicht verstehen und glaube doch, dass es genau so etwas gibt.

Am Schlimmsten war für mich immer Cattie, weil sie zu Beginn die totale Schlange und letzten Endes einfach nur noch komisch war. Es gab wirklich einen Punkt, an dem ich sie mochte, aber leider hat der nicht standgehalten. Franziska war mir die sympathischste von den Mädchen, doch sie war oft viel zu feige und konnte sich kein Stück durchsetzen, weshalb auch sie nicht zu meinen Favoriten gehören kann. Zu Siri habe ich eigentlich gar keinen Bezug und leider ist sie mir auch einfach nur unsympathisch.

Was die Jungs angeht war ich wesentlich positiver gestimmt. Beginne ich mit Johnny, der mir der Sympathischste von allen war! Am Anfang habe ich ihn überhaupt nicht gemocht und bin lange Zeit sehr skeptisch geblieben. Auch gegen Ende habe ich ihn noch nicht ganz verstehen können und doch ist er ein starker Charakter. Nur in den Gesprächen, bzw zur 'Beziehung' zwischen Lana und ihm hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht.

Joshua und die anderen beiden Jungs wirkten auf mich eigentlich ziemlich gleich, abgesehen davon, dass einer eher der nerdige Typ und der andere eher der Aufreißer-Typ war. Leider kann ich euch nicht mehr sagen wer wer war, doch ich mochte sie alle auf ihre Art, obwohl sie nicht immer freundlich waren. So ging es mir vor allem mit Tom, der die anderen in den richtigen Momenten gepusht hat.

Die Auflösung hat mich schon überrascht, nach den Hinweisen, die man bis dahin bekommen hat, hatte ich mir aber etwas in der Richtung gedacht und war nur über die Person selbst überrascht. Trotzdem wurde man auch dann noch hin- und hergeworfen zwischen glauben und nicht glauben und letztendlich war das Ende rund und die Geschichte toll abgeschlossen. Und das Beste war, dass ich es wirklich durchweg spannend fand. Abgesehen vom etwas holprigen Start.



Mich konnte das Buch wirklich von sich überzeugen, denn es war - abgesehen vom leicht holprigen Start - durchweg spannend und konnte mich nicht mehr loslassen. Ständig habe ich mich gefragt, ob es solche Orte wohl wirklich gibt und wie ich mich in einer solchen Situation verhalten würde. Der Aufenthalt in der Mühle hat mich schon leicht beunruhigt, doch die Ereignisse, die folgen haben mich dann immer vorsichtiger werden lassen und letztendlich fand ich es auch toll, dass man nicht alle Charaktere sympathisch fand. Die Autorin hat es wirklich detailreich und realistisch gestaltet, denn man kann nie alle Leute einer fremden Clique sympathisch finden. Trotzdem hat sie auch die emotionalen und verständnisvollen Momente gut eingesetzt und ich bin einerseits traurig, dass es so enden musste, andererseits auch überrascht von der ein oder anderen Wendung. Gerade war Johnny angeht hätte ich das doch nicht so erwartet und bin auch sehr überzeugt von der Protagonistin Lana, die viel Kampfgeist und Entschlossenheit gezeigt hat. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, doch an sich konnte mich das Buch - abgesehen von kleinen Schwächen - wirklich überzeugen und ist ein guter Start in den Thrillerbereich. Deshalb gibt es auch 4,5 Leseschmetterlinge!
An dieser Stelle danke ich dem cbt-Verlag für das *Rezensionsexemplar :)

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