[Rezension] Splitter (Sebastian Fitzek)




Titel: Splitter
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 384
Format: Taschenbuch
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01.09.2010
Preis: 9,99€ (D) Hier kaufen




Was wäre, wenn …
Was wäre, wenn wir die schlimmsten Ereignisse unseres Lebens für immer aus dem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schiefginge?




Nach meinen ersten beiden Büchern des Autors habe ich mich wirklich sehr auf das nächste Buch gefreut. Dieses ist dann - wie man unschwer erkennen kann - Splitter geworden. 

Tatsächlich war das mein bisher verwirrendstes Buch des Autors, weil ich die ganze Zeit über keine Ahnung hatte, worauf es hinausläuft und worum es überhaupt geht. Normalerweise würde ich das gut finden und natürlich ging es mir bei den letzten beiden Büchern des Autors ähnlich, aber hier war es nochmal etwas anders. Es war einfach nur verwirrend. Ich wusste nie, ob ich das Buch nun gut finde oder nicht, weil es sich ständig widersprochen hat und ich nicht wusste, was ich nun behalten kann und was nicht. Man hat eigentlich kaum eine Chance selbst zu knobeln.

Der Protagonist, den wir hier begleiten ist Marc Lucas, der mir eigentlich sehr sympathisch war und mich einzig und allein durch seine eigenen Gedanken immer wieder durcheinander gebracht hat. So verwirrt wie er ist, ist man auch als Leser, was ich eigentlich als sehr positiv empfinde. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass er die Dinge nicht immer direkt dort untersucht, wo ich sie selbst zuerst untersucht hätte.

Es war unheimlich interessant zu sehen, wie Marc versucht hat zu einem Ergebnis zu kommen und zu verstehen, ob er nun verrückt ist, oder ob ihm tatsächlich etwas so unerklärliches passiert. Natürlich haben die einzelnen Nebencharaktere ihm nicht immer geholfen die Wahrheit herauszufinden, sondern ihn nur noch mehr verwirrt, was letztendlich alles zusammenläuft, obwohl man das nie und nimmer denken würde.

Natürlich kann ich euch dazu nicht mehr sagen, aber es gibt auch diesmal wieder eine ganze Menge Charaktere, die letztendlich eine große Rolle spielen, auch wenn sie nur sehr kurz erscheinen. So nehmen die im Vordergrund stehenden Nebencharaktere, wie Constantin, Sandra, Emma und Benny natürlich eine große Rolle ein, gleichzeitig sollte man aber auch Haberstedt, Bleibtreu und Valka nicht unterschätzen. 

Die Auflösung war auch in diesem Fall wieder große Klasse, was mir aber aufgefallen ist, dass es in diesem Fall schwierig war, die Spannung die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Ich hatte leider nicht dauerhaft das Bedürfnis unbedingt weiterlesen zu müssen und so empfand ich einige Stellen schon als etwas langatmig, weil man einfach das Gefühl hatte, nicht weiterzukommen. Das Ende hat mich dann allerdings wirklich überzeugt und ich fand es wahnsinnig gut gelöst. Damit hätte ich nun wirklich nie gerechnet.



Obwohl das Buch für mich mein bisher schwächster Thriller des Autors ist muss ich sagen, dass ich es dennoch wirklich gut fand und das Ende so wieder einmal nie erwartet hätte. Der Autor weiß, wie man mit den Gedanken des Lesers spielen muss, um ihn auf eine völlig falsche Fährte zu führen und so ging es mir auch diesmal so, dass ich nicht einmal an einen derartigen Ausgang gedacht habe. Trotz allem muss ich auch sagen, dass ich einige Stellen als langatmiger empfand und nicht dauerhaft gefesselt war, was ich sehr schade fand. Mir hat die dauerhafte Spannung gefehlt, die ich bei den bisherigen Büchern des Autors einfach immer gespürt habe. Da die Verwirrung des Protagonisten Marc sich aber auf den Leser überträgt und man ebenso wenig wie er mit diesem Ende rechnet, muss ich sagen, dass ich wieder einmal ein großes Lob an den Autor ausspreche, der einfach mit Worten umzugehen weiß. Von mir gibt es diesmal 4 Federn!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 
© Design by Freepik