[Rezension] Kalte Stille (Wulf Dorn)




Titel: Kalte Stille
Autor: Wulf Dorn
Seiten: 448
Format: Taschenbuch
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 12.03.2012
Preis: 8,99€ (D) Hier kaufen




Eine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet – unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder Sven nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden. Als Jan gezwungen ist, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Ein mysteriöser Selbstmord führt ihn zu einem schrecklichen Geheimnis.




Dieses Buch habe ich von einer Freundin geliehen bekommen und war wirklich sehr neugierig auf die Geschichte. Da ich mittlerweile wahnsinnig gerne Thriller lese und mich auch gern mal verwirren lasse, war dieses Buch eigentlich perfekt.

Jan ist ein sympathischer Protagonist, der in seinem Leben schon eine ganze Menge gesehen hat und viele schlimme Momente erleben musste. Mit der Zeit wird einem als Leser immer klarer vor Augen geführt, dass er gar keine Chance hat ein normales Leben zu führen und die damaligen Ereignisse zu vergessen. Umso spannender wird die Reise mit ihm, die allerdings erneut viel Tod und viele Rätsel mit sich bringt.

Die Nebencharaktere waren wirklich gut ausgearbeitet und obwohl ich Schwierigkeiten mit den Namen hatte, weil es doch recht viele waren und ich oft nicht wusste wer nun was gemacht hat, muss ich sagen, dass ich die einzelnen Geschichten sehr spannend fand und es schön zu sehen war, wie am Ende alles zusammenkam.

Besonders sympathisch ist einem eigentlich nur Jan, doch zweifeln tut man eigentlich an allen Charakteren mal. Zumindest ging es mir damit so. Gerade Carla kam mir erst sehr vernünftig vor, doch mit der Zeit zweifelt man selbst an ihr. Ebenso ging es mir mit Marenburg und Dr. Rauh. Im Grunde genommen habe ich an allen einmal gezweifelt, bis auf die Person, die es dann auch wirklich war.

Die Story war an sich sehr spannend gestaltet, leider gab es für mich aber immer wieder gewisse Längen, die mich etwas gestört haben. Einzelne Tatsachen hätten für mich wegbleiben können, doch natürlich sollte es dadurch spannender gemacht werden. Der Fokus liegt für den Leser natürlich auf Jans Situation, da man hauptsächlich aus seiner Sicht liest. Dementsprechend war es auch mir selbst wichtig herauszufinden, was denn mit Sven passiert ist und ich bin froh, eine Antwort erhalten zu haben.

Neben Jan hat man aber auch noch andere Protagonisten, im Grund genommen erfährt man über jeden Charakter etwas und kann somit viele Handlungen nachvollziehen. Am meisten verbunden gefühlt habe ich mich allerdings mit Jan und muss sagen, dass mich seine Geschichte auch am meisten mitgenommen hat. Letztendlich hängt aber alles zusammen und es war interessant dem nach und nach auf die Schliche zu kommen.


Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und es war spannend, die Geschichten der einzelnen Charaktere nach und nach aufzudecken und verstehen zu lernen. Was mich etwas gestört hat waren die Längen, die gar nicht hätten sein müssen und es hat mich tatsächlich auch etwas gestört, dass ich an so gut wie jeder Person einmal gezweifelt habe. An sich ist das natürlich etwas, das ein Buch nur noch besser macht, doch mir war so kaum jemand sympathisch und ich konnte mich nur mit Jan wirklich identifizieren, was ich etwas schade fand. Die Story an sich ist sehr gut durchdacht und mir hat gerade die Auflösung auch unglaublich gut gefallen. Was Sven angeht hätte ich tatsächlich noch mehr erwartet und bin da schon fast enttäuscht zurückgelassen worden, insgesamt wurde aber alles aufgelöst und es sind keine Fragen offen geblieben, was ich persönlich immer ziemlich wichtig finde. An sich ist es eine spannende Geschichte, mit vielen wirklich schlimmen Situationen und grausamen Geschichten, die mich nur nicht dauerhaft fesseln konnte. Von mir gibt es daher 3,5 Federn :)





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