[Rezension] Ich wollte nur, dass du noch weißt (Emily Trunko, Lisa Congdon)




Titel: Ich wollte nur, dass du noch weißt
Autor: Emily Trunko
Seiten: 192
Format: Hardcover
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 13.02.2017
Preis: 14,95€ (D) Hier kaufen

Ab 14 Jahren




Wer hat nicht schon einmal einen Brief geschrieben und darin die geheimsten Gedanken und Gefühle preisgegeben, sich dann aber doch nicht getraut, ihn abzuschicken?

Die Social Media-Sensation aus den USA! Bisher unveröffentlichte Beiträge des beliebten Tumblr-Blogs Dear My Blank werden in diesem einzigartigen Geschenkbuch vereint. Die liebevollen Illustrationen, das wunderschöne Handlettering und die zutiefst bewegenden Worte machen diese Sammlung zu einem ganz besonderen Jugendbuch, das lange im Gedächtnis bleiben wird.
In ihrem Tumblr-Blog Dear My Blank postet die 16-jährige Emily Trunko anonyme Briefe, Nachrichten und E-Mails der mehr als 35.000 Leser ihres Blogs, die eigentlich nie versendet werden sollten: herzzerreißende Liebesbriefe, zutiefst traurige Abschiedszeilen und auch Worte voller Hoffnung. Diese Texte zeigen, dass wir mit unseren Problemen nicht allein sind, und geben uns den Mut, unseren eigenen Brief vielleicht doch noch zu verschicken.




Dieses Buch ist mir durch Zufall aufgefallen und hat mich mit der Leseprobe in seinen Bann ziehen können. Die Briefe haben mich sofort berührt und mir gezeigt, dass es hier tiefgründig werden würde.

Natürlich gibt es hier keinen Protagonisten oder Erzähler, sondern viele Personen, die sich dazu entschlossen haben unveröffentlichte Briefe abzuschicken und zu veröffentlichen. Das Ganze bleibt dabei allerdings so anonym, dass immer nur der erste Buchstabe eines Namens genannt wird oder überhaupt kein Hinweis gegeben wird.

Oftmals sind die Briefe an Eltern, Freunde, Exfreunde, das Universum, an sich selbst oder die große Liebe gerichtet. Dementsprechend werden unheimlich viele Situationen und Gefühle thematisiert, was dem Leser des Buches womöglich sogar in eigenen Situationen weiterhelfen kann.

Ich persönlich hatte nie schwerwiegende Probleme Zuhause oder mit Freunden, konnte aber unheimlich viele Situationen nachvollziehen und gerade die Briefe, die "an mein Ich aus der Vergangenheit" o.ä. gerichtet waren, haben mich zum schmunzeln und auch zum Nachdenken gebracht. Ich habe das Gefühl mich dadurch selbst hinterfragt zu haben und so hat mich diese Sammlung an Briefen doch ein Stückchen weitergebracht.

Doch auch Situationen, mit denen ich nie zu tun hatte haben mich beschäftigt und mir durch die Briefe deutlich vor Augen geführt, was es eigentlich gibt und wie ich damit umgehen könnte. Einige haben praktisch einen Hilfeschrei ausgerufen oder sich einfach dem Leser anvertraut. Selbst ich habe beim Lesen gemerkt, dass auch das Schreiben eines Briefs eine Art Therapie für einen selbst sein kann.

Die Briefe bieten unheimlich viel und haben verschiedene Facetten. Teilweise war ich wirklich geschockt, was tatsächlich ausgedrückt worden ist, sei es nun Herzschmerz, das Ende einer Freundschaft, Betrug, Selbstzweifel, Gewalt, Trauer oder sogar Tod. Ich bin sicher, dass es anderen helfen kann zu sehen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind und es immer jemanden geben wird, der sie versteht. Gleichzeitig hilft es aber auch mir als Leser andere zu verstehen und das ein oder andere zu hinterfragen und vor allem wertzuschätzen.




Ich kann kaum erklären, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Es ist keines dieser Bücher, die man einfach so durchliest und dann damit abschließt, sondern eines, das echte Briefe enthält, mit denen man sich beschäftigen kann und die man respektiert. Man erkennt sich ständig in einzelnen Situationen wieder und lernt auf gewisse Art und Weise, dass man die Dinge die man hat wertschätzen sollte. Gerade die Briefe, die sehr ernste Themen behandeln und sich mit dem Verlust einer geliebten Person beschäftigen, haben mich unheimlich berührt und mich zum Nachdenken gebracht. Doch auch die anderen Briefe konnten immer wieder zu etwas anregen und vielleicht denkt man nach dem Lesen des öfteren an den ein oder anderen Brief und die Message, die dahinter steckt. Ich selbst habe jedenfalls einiges davon mitgenommen und konnte das Buch auch nicht einfach durchlesen, sondern brauchte meine Zeit, um alles zu verarbeiten. Ich denke auch, dass es dem ein oder anderen weiterhelfen kann, sich selbst anzuvertrauen, oder einfach zu erkennen, dass man nicht allein ist. Eine Bewertung abzugeben erscheint mir nicht ganz fair, allerdings gebe ich dem Buch trotz allem 5 Federn.
An dieser Stelle danke ich dem Loewe Verlag und vorablesen für das *Rezensionsexemplar :)

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