[Rezension] Der Kuss der Lüge (Mary E. Pearson)




Titel: Der Kuss der Lüge
Autor: Mary E. Pearson
Übersetzer: Barbara Imgrund
Seiten: 559
Format: Hardcover
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 16.02.2017
Preis: 18,00€ (D) Hier kaufen

Band 1 



Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen.



Bevor dieses Buch in Deutschland erschienen ist, habe ich aus dem englischsprachigen Raum schon wahnsinnig viel Positives darüber gehört! Nun konnte auch ich es endlich lesen und habe unheimlich viel von der Geschichte erwartet!

Lia ist an sich eine wirklich sympathische Protagonistin, die ungern den vorgeschriebenen Weg geht und sich lieber ein eigenes Bild von etwas macht. Sie behält ihren Eigensinn und ihre Sturköpfigkeit die ganze Zeit über bei, was mir gut gefallen hat, allerdings muss ich auch sagen, dass sie sich im Laufe des Buches enorm entwickelt. So lernt sie, wie das Leben außerhalb des Schutzes läuft und was sie tun muss, um dort leben zu können. Als die beiden Männer in ihr Leben treten ändert sich allerdings einiges und ab da war sie für mich in einigen Punkten etwas naiv, in anderen wiederum unglaublich stark.

Die beiden Männer wären in dem Fall der Attentäter und der Prinz, den sie eigentlich heiraten sollte, vor dem sie aber geflohen ist. Beide Männer hat sie vorher nie getroffen und daher ist es nicht verwunderlich, dass sie keinen von beiden erkennt. Sie haben also leichtes Spiel die Prinzessin kennenzulernen und zu erkennen, dass weitaus mehr in ihr steckt, als königliches Verhalten.

Besonders beeindruckt hat mich Rafe, der eine ganz spezielle Art an sich hat und mich gerade dadurch für sich gewinnen konnte. Man weiß nie was er gerade denkt, obwohl man sowohl aus der Sicht von Lia, als auch aus seiner und Kadens Sicht liest. Er blieb immerzu geheimnisvoll und gegen Ende war mir auch klar warum. 

Bei Kaden ist mir schnell aufgefallen, dass ich mit ihm nicht warm wurde und er für mich nicht ganz so tiefgründig war. Obwohl die Identitäten der beiden Männer natürlich interessant sind und allein deswegen schon viel Tiefgang bieten, hat mir bei ihm etwas gefehlt. Gleichzeitig weiß man längere Zeit nicht wer von beiden der Attentäter und wer der Prinz ist. Das hat mich im Nachhinein etwas verwirrt, weil ich nämlich komischerweise von der entgegengesetzten Konstellation ausgegangen bin.

Neben diesen drei Protagonisten gibt es aber auch zahlreiche Nebencharaktere, die die Geschichte ein Stück weit spannender und schöner gestalten. So hat mir Pauline unheimlich gut gefallen, weil sie immer für Lia da war und nicht mehr nur ihre Bedienstete, sondern eine beste Freundin wurde. Auch die Frauen, die man in dem Dorf kennenlernt, in das Lia und Pauline flüchten haben mir gut gefallen und so ging es eigentlich mit allen Frauen in der Geschichte weiter. 

Bei den Männern war das oftmals etwas schwieriger, weil sie entweder Krieger oder Barbaren waren und so gleich mehrere Facetten hatten. Dies lässt sich nicht nur an den Hauptcharakteren Rafe und Kaden erkennen, sondern vor allem auch an ihren Begleitern Sven, Eben, Griz usw. oder auch an Lias Bruder Walther.

Die Story hat mir an sich gut gefallen, es gab aber immer wieder Punkte, die mich nicht genug fesseln konnten oder Stellen, die etwas zu langatmig gestaltet wurden. So mochte ich Lia sehr gerne und wollte schon wissen, wie es weitergeht, andererseits kam die Geschichte oft nicht von der Stelle und ich wurde gerne mal verwirrt. Auch ihre Gabe habe ich längere Zeit nicht ganz verstanden, was sich allerdings langsam legen konnte und erst gegen Ende wurde ich dann wirklich von der Geschichte überzeugt.




Die Vielschichtigkeit der Charaktere und der Geschichte ist definitiv einer der Punkte, die mir sehr gut gefallen haben und abgesehen davon weiß man nie, was auf einen zukommt und wie es ausgehen könnte. Auch Lias Reise an sich macht neugierig auf mehr und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihrer Gabe, aber vor allem auch der Liebesgeschichte weitergeht. Dennoch muss ich sagen, dass ich lange Zeit nicht richtig mitgerissen wurde und erst gegen Ende beschlossen habe, weiterzulesen. Es gab für mich zu viele langatmige Stellen und an dem Punkt, an dem aufgelöst wurde, wer der Attentäter und wer der Prinz ist, war ich so verwirrt, dass ich es nicht glauben konnte. Was mir auch nicht ganz so gut gefallen hat war, dass Lia sich kaum enstcheiden konnte, welchen der Männer sie lieber mag. Einerseits hängt sie an dem einen, sobald sie aber mehr Zeit mit dem anderen verbringt, kommt sie ihm näher, obwohl sie doch immerzu an den anderen denkt. Das war für mich etwas unharmonisch, ansonsten mochte ich die Idee der Geschichte und vor allem die Fantasyelemente sehr gern. Gerade aufgrund des Endes habe ich beschlossen, es noch weiter mit dem zweiten Band zu versuchen und hoffe, dass es dort so weiter geht, wie der erste Band geendet hat. Von mir gibt es 3 Federn!



1 Kommentar:

  1. Hallo,

    habe ein wenig bei Dir herumgestöbert. Mir hat "Der Kuss der Lüge" auch sehr gut gefallen und "Das Herz des Verräters" noch einen Tick besser. Vielleicht hast du Lust mich mal zu besuchen.
    https://calimeros-buchseite.blogspot.de/

    LG Silke

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